Krisen, Kämpfe, Transformation

Der BUKO 34 in Erfurt

Vom 17. bis 20.5. findet der Bundeskongress Internationalismus zum Thema „Krisen Kämpfe Transformation“ in der Fachhochschule Erfurt statt. Veranstalter ist die Bundeskoordination Internationalismus (BUKO). Sie steht für emanzipatorische Politik, radikale Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse und für eine internationalistische Bewegung. Sie ist eines der ältesten Basis-Netzwerke in Deutschland. In einem vielfältigen Workshop-, kultur- und Aktionsprogramm werden die derzeitigen Entwicklungen des Kapitalismus weltweit unter die Lupe genommen. An diesem Abend werden wir sowohl die BUKO genauer vorstellen, wie auch das Programm in Erfurt.

Am nächsten Freitag, den 23. März um 20:00 im Infoladen, Leostr. 75.

Offener Brief an die Stadt Paderborn und die Kulturwerkstatt

Sehr geehrte Damen und Herren der Kulturwerkstatt, der Stadt Paderborn, der Presse und Medien,

Wir sind ja gelegentlich angekotzt von Dingen die um uns herum passieren. Manchmal verstehen wir auch die Welt nicht mehr. Dieser Tage sind wir angekotzt.

Schon wieder gibt es am 24.3. ein „Deutschrock“-Festival/-Konzert in der Kulturwerkstatt, veranstaltet von „E.E.E.-Eventagentur“, scheinbar gefördert von der Stadt Paderborn.
Hier spielen so politisch fragwürdige, rechtsoffene Bands wie „Berserker“, „Rotz & Wasser“ und „Störte.Priester“ auf – Leute, die sich schon mit rechtslastigen Bands wie „Frei.wild“ eine Bühne teilten.

„Deutschrock“ ist hier als Synonym für „Grauzone“ zu verstehen. Ebendiese Grauzone sieht sich selbst als unpolitisch, lehnt jegliche „Extreme“ offiziell ab. Viele Bands der Szene haben jedoch kein Problem damit, gemeinsam mit Rechtsrockbands oder in rechten Locations aufzutreten. Tatsächlich bietet die Grauzone ein rechtsoffenes Feld, in dem sich „Unpolitische“ und extrem Rechte gleichermaßen tummeln, gemeinsam Bier trinken, Musik hören und Spaß haben. Letztere sollten ihre extremen Ansichten nicht allzu offen ausleben, haben aber Raum ihre konservativen, patriotisch/nationalistischen, sexistischen und rassistischen Positionen zu verbreiten. Die damit einhergehende schleichende Akzeptanz gegenüber rechten Positionen und Personen wird von der „unpolitischen“ Fraktion somit gefördert und/oder billigend in Kauf genommen, da es keine klare Abgrenzung gibt.

Bereits am 07. Januar spielte im Rahmen von „Rammstein vs. Onkelz“ (ebenfalls eine E.E.E.-Veranstaltung) die rechtsoffene Band „Kneipenterroristen“ in der Kulturwerkstatt, für November ist eine weitere Veranstaltung der gleichen Ausrichtung angekündigt.

Mit emanzipatorischen, progressiven und antifaschistischen Inhalten sind diese Events nicht zu vereinbaren; das Motto „Kein Bier mit Nazis“ sollte für alle Bereiche Paderborner Kultur, speziell alternativ geprägter Subkultur, gelten.

Das auf dem offiziellen Plakat angebrachte Logo „Paderborn überzeugt“ deutet darauf hin, dass die Veranstaltung von der Stadt unterstützt wird. Die Verantwortlichen sollten sich jedoch klar machen, welche Art von Publikum durch diese Bands in die Kulturwerkstatt gelockt wird. Der vermeintlich unpolitische Charakter der Veranstaltung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese eine hohe Anziehungskraft auf Neonazis und andere Dumpfbacken ausübt, die für eine aggressive und rassistische Atmosphäre sorgen. Und damit will Paderborn überzeugen? Uns definitiv nicht!

Wir fordern die Verantwortlichen der Stadt Paderborn und der Kulturwerkstatt auf, sich zum Deutschrock Festival zu erklären und zukünftige derartige Veranstaltungen nicht mehr zu unterstützen. Keine Räume für rechte und rechtsoffene Kultur in Paderborn!

Und noch viel mehr fordern wir alle, die sich selbst als alternativ oder subkulturell definieren, auf, sich selbst ernst zu nehmen – rechts fängt nicht erst extrem rechtsaußen an, und „unpolitisch“ ist in diesen Zusammenhängen nur eine Ausrede, um sich jeder Verantwortung des eigenen Handelns zu entledigen.

Mit freundlichen Grüßen

BDP Infoladen Paderborn

What’s up, ACTA?

Einführung&Diskussion

Gegen ACTA in den Infoladen
Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) ist ein multilaterales Abkommen über internationale Standards für die Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte. Die Frist für die Unterzeichnung des Abkommens endet am 1. Mai 2013. Die vage Formulierung hat damit zu tun, das ähnliche Abkommen der Welthandelsorganisation WTO in Vergangenheit, die präziser formuliert waren, scheiterten. Aber wie bei den Vorhaben der WTO geht es bei ACTA auch darum, die Interessen derjenigen, die Profit aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen schlagen durchzusetzen. Es sind vor allem die Eigentumsgelüste dieser Interessen, die auch über die Kontrolle -nicht nur des Internet- zugriff auf jedes Privatleben haben wollen. Das sie selber möglichst unkontrolliert alles zu ihrem Eigentum machen wollen was an Ressourcen und öffentlichen Gütern heute noch existiert ist die andere Seite dieser Medaille.

An diesem Abend werden wir eine Einführung über Struktur dieser Dynamik geben und Alternativen diskutieren.

Am nächsten Freitag, den 16. März um 20:00 im Infoladen, Leostr. 75.

Antiautoritäre Pädagogik

Vortrag&Diskussion

Nicht nur der ehemalige Leiter des Eliteinternats Salem propagiert die autoritäre Erziehung, bei der Disziplin, Gehorsam, Leistungsbereitschaft, Unterordnung und «ein bisschen Liebe» das Fundament allen Umgangs mit Kindern bilden sollen. Auch im bundesdeutschen Alltag ist das der Mainstream. Dieser Ruf nach Disziplin wird begleitet von einer kenntnisarmen «Verteufelung» von «Antiautoritärer Erziehung».
Dem werden wir an diesem Abend entgegnen.

Am nächsten Freitag, den 09. März um 20:00 im Infoladen Paderborn

Kiss Me I‘m Jewish

Film

Heute bedeutet Judentum mehr als Religion, Kultur und Tradition – es bedeutet auch Lebenslust! Laut, bunt, geistreich und intensiv wollen die jungen Juden Europas ihre Zukunft gestalten.

Der junge Rabbiner Zevi Ives und seine Frau Sara verkörpern die derzeitige Aufbruchstimmung, die unter den jungen Juden Europas herrscht. Sie mischen mit ihrer Organisation für Jüdische Studenten in Europa (ECJS) das jüdische Leben auf dem Kontinent auf. Ihre Mission: Jude sucht Jüdin. Viermal im Jahr rufen sie: „Party Like a Jew“, und Tausende jüdischer Singles folgen ihnen zu den Single-Wochendenden, die sie in ganz Europa organisieren. In der dritten Generation nach der Shoah breitet sich die Vielfalt jüdischen Lebens wieder kraftvoll in den Metropolen Europas aus. Kreativ, vernetzt, selbstbewusst und unternehmungshungrig treten junge Jüdinnen und Juden ihr reiches kulturelles Erbe an. Sie brechen über 60 Jahre nach dem Holocaust auf, um zu erwecken, was auch von ihren Eltern verdrängt und verschüttet wurde. Auf der Suche nach einer eigenen jüdischen Identität finden sie neue, zeitgemäße Formen und Inhalte. Sie tun dies im Bewusstsein, als Juden leben zu wollen, und auch, um von ihrer Umgebung als Juden erfahren zu werden. Die Dokumentation hält fest, was es bedeutet, für 400 jüdische Singles aus ganz Europa ein Event zu organisieren, bis die Flirtlustigen schließlich anreisen, um den Spagat zwischen Thora und Speed-Dating zu wagen.

Am nächsten Freitag, den 02. März um 20:00 Uhr im Infoladen, Leostr. 75.

Erinnern in Israel

Der Umgang mit dem Holocaus im „jüdischen Staat“
Vortrag&Film

Yad Vashem ist eine der bekanntesten Holocaust-Gedenkstätten. In einem Vortrag wird die Geschichte der Gedenkstätte in Israel erläutert. Dazu die Dokumentation „wir sind alle zweite Generation…von irgendwas“, eine Auseinandersetzung mit der 2. und 3. Generation im Staat Israel, auf denen eine schwierige und komplexe Bürde lastet.

Am nächsten Freitag, den 24. Februar um 20:00 Uhr im Infoladen, Leostr. 75

Der böse Extremismus

Vortrag mit anschließender Diskussion

Kaum ein Tag vergeht, an dem in Medien nicht über „Extremismus“ berichtet wird. Mit jedem Verfassungsschutzbericht wird der Begriff zur Einordnung und Bewertung von linken wie rechten „Extremisten“ wiedergekäut. Der Extremismusbegriff hat sich zur Formel für alles entwickelt, was nicht einer aufrechten „Mitte der Gesellschaft“ zugerechnet werden soll.
Der Begriff des Extremismus ist aus dem politischen Diskurs um Nazis, Islamisten oder Linksradikale nicht mehr wegzudenken. Doch was genau bedeutet eigentlich „Extremismus“? Wie hat sich der Begriff entwickelt, wie ist er zum festen Bestandteil unserer Diskussion um vermeintliche „Ränder“ unseres politischen Spektrums geworden? Ab wann ist man „ExtremistIn“? Und warum finden viele diesen Begriff so unzutreffend? Diese Fragen sollen in Form eines kurzen Vortrags beantwortet werden.

Am nächsten Freitag, den 10. Februar um 20:00 Uhr im Infoladen, Leostr. 75

Kontakte der NSU nach OWL?

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer gestrigen Ausgabe über die Zwickauer Naziterror-Zelle NSU und deren Anschlagspläne. Demnach gebe es Hinweise darauf, dass auch in der Region Ostwestfalen-Lippe mögliche Mordopfer ausgekundschaftet worden sind. Die Ermittler fanden insgesamt sechs Stadtpläne, in denen relevante Orte markiert waren, darunter auch Bielefeld und Paderborn. Genauer heißt es in dem Artikel:

Am 3. April druckten sie auch Pläne und Detailkarten von vier Städten aus, die nicht weit von Dortmund entfernt liegen: Hamm (42 Kilometer), Münster (58 Kilometer), Paderborn (107 Kilometer) und Bielefeld (116 Kilometer). Auch für diese Städte gab es Adresslisten möglicher Ziele. Manche waren mit einem gelben Smiley mit Sonnenbrille markiert. In der Regel befanden sich islamische Zentren, Kulturvereine oder der jeweilige Flüchtlingsrat auf den Listen.
Es gibt ein paar örtliche Besonderheiten: In Bielefeld gehörte die „Interessengemeinschaft der mit Ausländern verheirateten Frauen“ dazu, in Paderborn die „Gemeinschaft zur Errichtung eines islamischen Friedhofs“ (…).

Noch nicht geklärt ist derweil, inwieweit die rechtsextreme NSU Unterstützung aus der regionalen Neonazi-Szene bekommen hat – und welche Rolle der Bielefelder Staatsschutz gespielt hat.

Am Freitag: Graue Wölfe heulen wieder

Der verlängerte Arm des türkischen Nationalismus
Vortrag mit anschließender Diskussion

Der türkische Nationalismus gehört in der Türkei zur Staatsdoktrin. Nach dem Untergang des Osmanischen Reiches versuchte die türkische Republik eine einheitliche Nation zu schaffen. Schon die Jungtürken wollten vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges das Osmanische Reich reformieren und während des Weltkrieges vollendete Tatsachen schaffen. Der Genozid an den Armeniern ist ein Beleg dafür.

Der türkische Nationalismus ist ein Ergebnis des Zusammenbruches des Vielvölkerreichs und der Unabhängigkeitsbestrebungen der Nicht-Türken, aber auch die Sehnsucht der Jungtürken nach alter imperialer Größe in einem türkisch-nationalen Gewand. In der Gegenwart wird der türkische Nationalismus aus den innertürkischen Konflikten genährt.
Die Niederlage im Ersten Weltkrieg zerstörte den Größenwahn der Jungtürken und führte zur Besetzung des Osmanischen Reiches. Mit dem von Mustafa Kemal (später Atatürk) gewonnenen Unabhängigkeitskrieg konnte die Türkische Republik gegründet und die Wandlung in einen Nationalstaat vollendet werden.
Mit Alparslan Türkes kehrte der türkische Nationalismus in seinem Größenwahn zurück. Antikommunismus, Antisemitismus und ab den 1980er Jahren antikurdische Hetze, sind wichtige Stützpfeiler der von Alparslan Türkes gegründeten MHP (Partei der Nationalen Bewegung) und der Grauen Wölfe. Auch wenn die MHP der Türkei heutzutage bürgerlicher und gemäßigter daherkommt, versuchen sie stets weiterhin ihre nationalistische Ideologie an die Menschen zu vermitteln.
Die nationalistische Ideologie übt u.a. durch die Anschläge in Solingen oder Mölln unter den türkischen Jugendlichen in Deutschland eine anziehende Faszination aus. Im Gegensatz zu früher werben die Ideologen durch mehr Freizeitangebote. Allein in NRW gibt es ca. 70 sogenannte Kultur- und Idealistenvereine.

Am nächsten Freitag, den 03. Februar um 20:00 Uhr im Infoladen, Leostr. 75