Diskussionsrunde: „Arschlöcher müssen draußen bleiben?“

 

Schutzräume und damit zusammenhängend selbstverständlich auch die Entwicklung von Schutzraumkonzepten bleiben besonders in dieser Zeit des nahezu globalen Rechtsrucks ein wichtiges Thema. Nicht nur, dass sie von Rassismus, Sexismus oder beispielsweise auch von Antisemitismus betroffenen Menschen safe spaces bieten, in welchen sich diese Menschen von Diskriminierung und Angst befreiter bewegen können, auch ermöglicht ein feststehendes Regelwerk im Falle eines Übergriffes oder einer für eine Person unangenehmen Situation Rückhalt. Auf diese Weise können Menschen Handlungsspielräume eröffnet und Durchsetzungsmöglichkeiten geschaffen werden, die ohne einen so bestehenden Konsens nicht möglich wären. Darüber hinaus können sie auch ein Medium sein, um Menschen eine Basis für ein solidarisches, angstfreies und respektvolles Miteinander aufzuzeigen und sie für bestimmte Situationen und Verhaltensweisen zu sensibilisieren.
Auf der anderen Seite werden Schutzräume auch immer wieder kritisiert. Sie seien Utopien, die so wie sie konzipiert worden seien, niemals umgesetzt werden könnten, würden Menschen bestimmter Gruppen unter Generalverdacht stellen und ihnen so die Möglichkeit nehmen, zu einem aufkommenden Konflikt Stellung zu nehmen. Darüber hinaus wird ebenso angemerkt, dass Schutzräume immer schon auf bestimmte Privilegien bauten, da es diese bräuchte, um Schutzräume überhaupt erst zu etablieren. Weiterhin wird ebenso hervorgehoben, dass Schutzräume immer auf der anderen Seite eine Art Ausschluss nach sich zögen, sodass nicht für Diskriminierung sensibilisierte Menschen per se ausgeschlossen und so die Räume zu elitären Treffpunkten würden, welche logisch statt Integration und Bildungsarbeit immer über Exklusion funktionierten.
Die eben kurz angeschnittenen Punkte verdeutlichen sowohl die verschiedenen Diskussionen um Schutzraumkonzepte als auch die Diskrepanz zwischen dem Wunsch möglichst viele Menschen zu integrieren, ihnen ein respektvolles und solidarisches Miteinander vorzuleben und dem Ausschluss der als Kehrseite des Schutzes entsteht und so gerade nicht zur Sensibilisierung beträgt. Wie kann ein Mittelweg zwischen der im Vordergrund stehenden Awareness der von Diskriminierung betroffenen Menschen und einer Möglichkeit des Mitnehmens von in diesem Maße noch nicht sensibilisierten Menschen gelingen? Dieser Frage soll nach einem kleinen Input innerhalb dieser Veranstaltung Raum gegeben werden.

[FÄLLT AUS] Diskussion: Wie kann selbstbestimmtes Wohnen in Paderborn gelingen?

Leider muss die Veranstaltung abgesagt werden. Wir bemühen uns um einen Nachholtermin

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Zum Abschluss wollen wollen wir darüber reden, wie selbstbestimmtes Wohnen in Paderborn selbst umgesetzt werden kann. Wie soll es aussehen? Wie kann es organisiert werden? Welche Unterstützung dafür existiert? Dazu haben wir eine Reihe von Gruppen und Initiativen eingeladen, die sich bereits aktiv in diesem Bereich in Paderborn engagieren und durch ihre Expertise die Diskussion unterstützen können.

 

Vortrag: „Identitäre Bewegung – Die neuen FaschistInnen“

 

In der Debatte um die „Neue Rechte“ kommen wir um die „Identitäre Bewegung“ nicht mehr herum. Hinter der popkulturellen Maske, die auch Linksliberalen und Linksradikalen immer wieder Anlass zur Verniedlichung als „rechte Hipster“ liefert, verbergen sich jedoch alte Bekannte. An dieser Stelle soll ein Überblick mit den wichtigsten Basics wie Ideologie, Organisation und das Auftreten der „Identitären Bewegung“ gegeben werden.
Der Vortrag ist so konzipiert, dass kein Vorwissen nötig ist.

Was ist Gentrifizierung? – Strukturen und Akteur*innen am Beispiel Münsters

Unter dem Label „lebenswerteste Stadt der Welt“ behauptet Münster eine harmonische Stadtgesellschaft. Dahinter verbergen sich allerdings soziale Spaltungen. Während bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird, wächst die Zahl von teuren Townhouses bis hin zur abgeschotteten Luxusresidenz „Klostergärten“. Zugleich erscheint die Stadt zunehmend als Marketinglandschaft zugunsten Gutbetuchter; sowohl in der Altstadt als auch am Stadthafen rund ums „Kreativkai“.

Was ist Gentrifizierung? Der Vortrag beleuchtet Prozesse der Aufwertung. Er behandelt Planungen und Strategien von Politik und Verwaltung und nicht zuletzt von Investor*innen und Beratungsunternehmen. Er behandelt aber auch den meist ungewollten Beitrag von Akteur*innen aus Kultur und Subkultur an der Aufwertung städtischer Räume. Dabei sollen die lokalen Vorgänge eingeordnet werden in die allgemeinen Entwicklungen im heutigen urbanen Kapitalismus.

Stadtteilentwicklung und Gentrifizierung in Paderborn

In vielen Metropolen aber auch in Städten von der Größe Paderborns nehmen soziale Spannungen und gesellschaftliche Polarisierung immer weiter zu. Diese Entwicklung zeigt sich besonders in bestimmten Wohnquartieren und Stadtteilen, in denen vor allem Erwerbslose, Nicht-Weiße, Alleinerziehende, Menschen mit niedrigen Bildungs- oder Berufsabschlüssen und sowie zunehmend auch im Niedriglohnsektor Erwerbstätig leben. Diese Wohnquartiere sind u.a. von erhöhtem Lärm, schlechten Wohnungsbedingungen oder unzureichendem Anschluss an innerstädtische Infrastruktur gekennzeichnet.

In seinem Vortrag wird Norman Hansmeyer vorstellen, ob und inwieweit diese Entwicklungen auch innerhalb des Stadtgebietes in Paderborn zu beobachten sind. Dazu wird er die Situation der 15 Stadtteile Paderborns anaylsieren und besonderes Augenmerk auf Stadtteile mit höherer Konzetrantion an benachteiligten Bevölkerungsgruppen (z.B. Lieth/Kaukenberg, Sennelager) legen. Im Anschluss an den Vortrag wollen wir darüber diskutieren, wie solchen Entwicklungen entgegen getreten werden kann.

Vortrag über die Geschichte der Beamtenbeleidigung

Schon im 5. Jahrhundert vor Christus beschrieb der Schriftsteller Aristophanes in seinem Stück „Thesmophoriazusae“ Szenen von Willkür und Gewalt durch die Skythischen Bogenschützen, welche damals durch die Straßen Athens patroulierten. In diesem Vortrag wird eine kurze, historische Übersicht zum Thema der Kritik und vor allem auch der Verhöhnung der Polizei und vergleichbaren, älteren Staatsorganen in der Literatur gegeben, um daraus Kontinuitäten und Wendepunkte in der öffentlichen Meinung ableiten zu können.

 

Vortrag „Drohende Gefahr: Das neue Polizeigesetz NRW“

Die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW bedient die Ängste, die sie im Wahlkampf selbst geschürt hat und plant eine heftige Verschärfung des Polizeigesetzes nach dem bayrischen Vorbild. Noch im Juli sollen die Gesetzesänderungen verabschiedet werden. Die bereits bestehenden Befugnisse der Polizei einzuschreiten bevor überhaupt etwas passiert ist, werden dadurch stark ausgeweitet – auf Kosten der Freiheit aller Menschen.

Wie fügt sich das Vorhaben in den derzeitigen Sicherheitsdiskurs ein? Was kommt da auf uns zu? Was bedeutet der neu eingeführte Begriff der “drohenden Gefahr”? Welche Gefahren ergeben sich daraus wiederum für jede*n Einzelne*n von uns, für unseren Alltag und unsere politische Praxis? Wie reagieren wir auf diese Einschränkung unserer Rechte?

Diese und andere Fragen wollen wir mit euch diskutieren. Wir – das ist der AK Zu Recht und andere Personen, die sich in der Kampagne gegen das neue Polizeigesetz engagieren .
Es ist klar: Die Neuerungen werden uns alle treffen. Klar ist aber auch: Einige werden davon besonders betroffen sein. Diesen Menschen muss unsere Solidarität gelten.

DIY-Labor: Siebdruck

Wir haben eine neue Siebdruckmaschine. Zeit sie auszuprobieren! Wir haben nicht so viel Erfahrung mit der Technik, deswegen freuen wir uns über Leute, die ihr vorhandenes Wissen teilen möchten. Aber auch andere Textildrucktechniken sind Thema und werden gezeigt und ausprobiert.