Vortrag Labournet Germany: Arbeitskämpfe – Organisierung & Solidarische Unterstützung

Der gesellschaftliche Rechtsruck der letzten zwanzig Jahre hat sich auch wirtschaftspolitisch niedergeschlagen. Sein Name ist Neoliberalismus. Unter dem Banner der internationalen Wettbewerbsfähigkeit wurden und werden Sozialleistungen gekürzt, Arbeiter_innenrechte und Arbeitsbedingungen eingeschränkt und Gewerkschaften in ihren Möglichkeiten beschnitten. Gerade unter diesem Umständen muss diskutiert werden, wie Arbeitskämpfe in den Betrieben organisiert werden können und ob und wie Gewerkschaften dabei eine Rolle spielen können.

In ihrem Vortrag werden Mag Wompel und Helmut Weiss von Labour.Net Germany, einem Informationsportal zu gewerkschaftlichen Aktivitäten weltweit, Fragen nach Organisierung von Arbeitskämpfen, aber auch die Rolle einer radikalen Linken in diesen Kämpfen diskutieren.

Vortrag: „Schwule Fotzen“ – Sexismus und Homophobie im Fußball

Obwohl Gleichberechtigung heute kein Fremdwort mehr ist, viele Frauen und Queers ihren Platz im Stadion scheinbar gefunden haben, zeigt sich oft genug ein anderes Bild: Der Vortrag wird sich anhand verschiedener Beispiele mit der Problematik von Sexismus und Homophobie im Fußball- und Stadionkontext beschäftigen. Es wird den Fragen nachgegangen, in welcher Form Frauen an unterschiedlichsten Standpunkten mit Vorurteilen und Abwertungen begegnet wird, wie und warum aber auch gegnerischen Fans, Teams oder Schiris gerne sexistische und homophobe Sprüche an den Kopf geknallt werden. Was das alles mit gesellschaftlichen Bildern von Geschlecht zu tun hat und welche Möglichkeiten Fans bereits gefunden haben, um Beleidigungen, Abwertungen und einem unangenehmen Klima entgegenzuwirken, wird an diesem Abend herausgearbeitet.

Vortrag Sören Kohlhuber: Zwischen Fahnen & Bengalo – Rechte im deutschen Fußball

Rechte Hooligans sind ein einfach zu beschreibendes Phänomen. In der öffentlichen Meinung werden ihnen als Counterparts die Ultrabewegung vorgesetzt, doch auch hier gibt es offen neonazistische bis rechtsoffene Strukturen. Jenseits der Fankurven endet allerdings nicht das rechte Engagement im Kontext Fußball. Vereine werden unterwandert, Kameradschaften bilden eigene Vereine oder treten als Sponsor von kleinen Dorfvereinen auf, um Akzeptanz in der Bevölkerung zu erzielen. Dahinter steckt natürlich auch die Strategie sich vom negativen Image zu reinigen – und das mit Erfolg.

Sören Kohlhuber beobachtet seit einigen Jahren die rechte Szene im Fußball. Sein Fokus liegt dabei auf Ostdeutschland. Im Vortrag werden Beispiele für die verschiedenen Teilbereiche vorgestellt, in denen Neonazis und Rechte aktiv am Fußballgeschehen teilnehmen. Daneben gibt es einen Exkurs in türkische Rechte (Graue Wölfe) im deutschen Fußball. Diese treten offener auf und können so innerhalb der migrantischen Community Einfluss geltend machen. Dabei werden sie von deutschen Fußballverbänden ebenso unterstützt, wie von der türkisch-faschistischen MHP.

Der Vortrag dient als Einführung in die Thematik. Anschließend ist Raum für Fragen und Diskussion.

Film: „Ultras im arabischen Frühling“

Durch den Vortrag wird in die Veranstaltungsreihe zum Thema Fankulturen und Fußball eingeleitet. Es wird ein Einblick in die Geschichte der Fankulturen in Deutschland geboten und hierdurch zu der heutigen Situation in den Kurven übergeleitet. Der Vortrag soll als Argumentationsgrundlage für den weiteren Verlauf der Reihe oder einfach als Informationsquelle über die so viel diskutierten Krawallmacher*innen und Chaot*innen dienen.

Vortrag: Fankulturen in Deutschland

Durch den Vortrag wird in die Veranstaltungsreihe zum Thema Fankulturen und Fußball eingeleitet. Es wird ein Einblick in die Geschichte der Fankulturen in Deutschland geboten und hierdurch zu der heutigen Situation in den Kurven übergeleitet. Der Vortrag soll als Argumentationsgrundlage für den weiteren Verlauf der Reihe oder einfach als Informationsquelle über die so viel diskutierten Krawallmacher*innen und Chaot*innen dienen.

Filmvorführung: Aus einem deutschen Leben

Zum Jahrestag der Beifreiung von Auschwitz wollen wir den Film “Aus einem deutschen Leben” zeigen. Dieser handelt von Rudolf Höß, SS-Offizier und Kommandant des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Dabei steht im Vordergund, wie es dazu kommen kann, dass Menschen sich an Völkermord und anderen (nationalsozialistischen) Verbrechen beteiligen.

Einführung in die Kapitalismuskritik

Fakt ist auf dieser Welt gibt es jede Menge Elend: Umweltzerstörung,Armut, miese Arbeitsbedingungen, giftiges Essen, Hunger, etc. Außerdem gibt es jede Menge Erklärungensversuche: gierige Manager seien das Problem, korrupte Politiker wären schuld, das sei alles ein Test des lieben Gottes, der Kapitalismus sei schuld.

Wir wollen uns in dem Workshop anschauen warum es das kapitalistische Wirtschaftssystem ist, das immer wieder notwendig zu Elend und Unfreiheit führt. Wir wollen uns auch die verschiedenen Vorstellungen vom Kapitalismus die unterschiedliche Linke Strömungen haben, anschauen und gemeinsam mit euch diskutieren welche uns davon Überzeugen und welche nicht. Dabei geht es uns nicht darum dogmatische Wahrheiten zu verkünden, sondern in in der Diskussion gemeinsam etwas über diese Welt und ihre Ordnung zu lernen.

Der Vortrag ist so konzipiert, dass kein Vorwissen nötig ist, sondern jede*r kommen und mitdiskutieren kann.

Referent_innen: redcial M – antinationale Gruppe

Abschottung, Ausgrenzung und Abschiebung – Was bedeutet Kirchenasyl in der Praxis?

  • 18:30 Vortrag Benedikt Kern
  • 19:45 Gesprächsrunde, Vernetzung & Diskussion

Benedikt Kern vom Netzwerk Kirchenasyl Münster trägt vor:

Im „Sommer der Migration 2015“ gab es in Deutschland eine Welle der Solidarität, die viele Menschen in der Zivilgesellschaft in Bewegung gebracht hat. Seitdem ist allerdings das Asylrecht massiv eingeschränkt worden, die Grenzen geschlossen und die Abschiebemaschinerie auf Hochtouren.

Besonders die innereuropäischen Abschiebungen nach der Dublin-Verordnung in die Einreiseländer werden immer konsequenter durchgesetzt – mit der Folge, dass immer mehr Geflüchtete ohne Perspektiven in den EU-Grenzländern in die Obdach- und Arbeitslosigkeit gedrängt werden.

Für viele Menschen ist dies der Anlass dazu, Geflüchtete entschieden zu schützen. Eine Möglichkeit hierfür ist die oftmals letzte Chance des Kirchenasyls: Die angespannte
Abschiebepraxis hat im letzten Jahr dazu geführt, dass es immer mehr Kirchenasyle gibt, um Abschiebungen zu verhindern. In NRW gibt es derzeit ca. 80 Kirchenasyle mit
über 100 Schutzbedürftigen. Doch diese Praxis des zivilen Ungehorsams von Kirchengemeinden ist zugleich immer umkämpfter – nicht erst durch den Scharia-Vergleich des Innenministers de Maizière. Dass diese solidarische Praxis dennoch aufrecht erhalten wird, hat einen triftigen Grund: es geht um nichts geringeres als den Schutz von Menschenrechten, die in Europa durch Abschottung, Ausgrenzung und Abschiebung ganz besonders gefährdet sind…