Pogromartige Stimmung früher und heute

Ein Vortrag über die Anschläge in den 90er Jahren und die Situation heute

Im Jahr 1991 kam es in Hoyerswerda zu den ersten rassistischen Pogromen der Nachkriegszeit. Die Welle der Ausschreitungen begann mit dem Überfall einer Gruppe Neonazis auf vietnamesische Straßenhändler. Dies war nur der Anfang verschiedener
von Ausländerhass motivierten Anschlägen, die im August 1992 in Rostock-Lichtenhagen in einem der brutalsten Übergriffe gipfelte. Vier Tage lang „tobte“ sich ein gewalttätiger deutscher Mob an Migrant_innen aus. Zwei Monate später, im November, kam es zu einem weiteren Brandanschlag in der kleinen Stadt Mölln. Im Mai 1993 kam es zu dem letzten Übergriff im Rahmen der Progrome in Form eines Brandanschlages in Solingen, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen. Nun, 20 Jahre später
leben wir in einem Land, in dem wie in dem kleinen Ort Wolgast, gegen Flüchlinge gehetzt wird, mit Brandanschlägen gedroht und zu Mord aufgerufen wird. Und wen interessiert‘s? UNS! In dem Vortrag wird es sowohl um geschichtliche Ereignisse als
auch um aktuelle Geschehnisse gehen.

Am Freitag, 26.10.2012, 20:00, Infoladen, Leostr. 75

Bobby

5. Juni 1968, kurz nach Mitternacht. Der demokratische Senator Robert F. Kennedy verkündet im Ambassador Hotel in Los Angeles, dass er für das Amt des Präsidenten kandidieren will – und wird daraufhin Opfer eines Attentats, wie schon sein Bruder John F. fünf Jahre vor ihm. Welche politischen und privaten Träume und Erwartungen mit seiner möglichen Wahl verbunden waren, erzählen die Geschichten von 22 Menschen verschiedener Klassen und Rassen, Gäste und Angestellte, die sich in den Stunden zuvor im Hotel aufhielten.
Schauspieler, Autor und Regisseur Emilio Estevez versucht durch die Perspektive fi ktiver Figuren – der so genannten „kleinen Leute“ – Bobby Kennedy mit seinen Visionen für ein reformiertes Amerika ins Gedächtnis zurückzurufen. Er errichtet ihm ein Denkmal, das mehr sentimental als politisch relevant ist.
In seinem starbesetzten Ensemble-Drama ist John Fitzgeralds jüngerer Bruder kein Charakter, sondern eine Ikone, die bis zum kraftvollen Finale entrückt und verschwommen bleibt.

Am Freitag, 12.10.2012, 20:00, Infoladen, Leostr. 75

Programm für September!

Da ist schon das September-Programm.

Gratis dazu noch 3 Hinweise:

1) Die Veranstaltung mit den philippinischen Anarchisten heute abend FÄLLT WEGEN WETTERS IN MANILA AUS! Leider kann sie nicht gleichwertig nachgeholt werden, findet aber am 1.10. in Bielefeld im Infoladen Anschlag (AJZ) statt!

2) Am kommenden Wochenende ist Antifa Workcamp in Stukenbrock-Senne (www.antifa-workcamp.de). Die Nazi-Demo in Dortmund am Samstag ist nach derzeitigem Stand übriges verboten, einem Ausflug nach Stukenbrock steht also nix im Weg.

3) Am Samstag, 8.9., ist Büren-Demo, bringt all eure Freund*innen mit gegen Staatsrassismus!

so viel dazu.

DIY statt nur dabei

heute: T-Shirt-Druck

Von der rohen Vorlage bis zum fertigen T-Shirt – quasi die Geburt des neuen Infoladen-Shirts!
Wer so was schickes dann selbst haben möchte bringe sich bitte ein T-Shirt mit!

Am Freitag, 21.9.2012, 20:00 im Infoladen

Hoyerswerda: Erinnerung an die rassistischen Pogrome im September 1991

Bundesweiter Gedenktag mit Film- und Bildmaterial

Am 17.9.2012 um 19:00Uhr beteiligt sich der BDP Infoladen Paderborn an einer bundesweit stattfindenden Videokundgebung, die in Andenken an die verschiedenen Pogrome, die 1991 in der Bundesrepublik stattgefunden haben, durchgeführt wird.
Im September 1991 griffen Neonazis unter Mithilfe und Applaus vieler Bürger_innen zwei Wohnheime von Vertragsarbeiter_innen und Asylsuchenden im ostsächsischen Hoyerswerda an. Mehrere hundert Menschen belagerten die Unterkünfte fünf Tage lang, bis schließlich alle Heimbewohner_innen aus der Stadt gebracht wurden. Nationale und internationale Medien berichteten über die Geschehnisse. Die „Evakuierung“ aller Bewohner_innen der Heime wurde nicht nur in Hoyerswerda selbst von vielen als „Erfolg“ gewertet. Die Angriffe bildeten damit den Startschuss für eine jahrelang anhaltende Welle der rassistischen Gewalt im wiedervereinigten Deutschland, die neben hunderten Verletzten zahlreiche Todesopfer forderte.
Anlässlich des zwanzigsten Jahrentages gründete sich im Jahr 2011 die Initiative Pogrom91, um sich für eine kritische Aufarbeitung der Pogrome einzusetzen. Auch 20 Jahre nach dem rassistischen Pogrom schienen nur die Wenigsten in Hoyerswerda bereit zu sein, sich offensiv mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Auf kritische Berichterstattung und Interventionen reagiert die Stadtpolitik seit jeher vor allem mit medialer Hetze und Geschichtsverdrehung. Ihren Höhepunkt fand diese Art der „Vergangenheitsbewältigung“ während eines Besuches ehemaliger Vertragsarbeiter_innen und Asylsuchender im vergangenen Herbst. Bei der Besichtigung eines der damaligen Wohnheime kam es wiederholt zu rassistischen Pöbeleien und schließlich zu einem Übergriff durch Nazis und Anwohner_innen, obwohl der amtierende Bürgermeister Stefan Skora auf Anfrage im Vorfeld keine Bedenken hinsichtlich eines Besuches geäußert hatte. Im Nachgang wurde dieser Angriff von lokalen Medien und dem Oberbürgermeister wahlweise verharmlost oder gänzlich in Frage gestellt.
Die gesteigerte Aufmerksamkeit, die dem 20. Jahrestag des rassistischen Pogroms in Rostock – Lichtenhagen zu teil wird, darf nicht allein an “runde Jahrestage” gebunden sein, wenn wir es mit der Auseinandersetzung mit der Geschichte ernst meinen. Deshalb werden am 17. September in verschiedenen Städten Videokundgebungen und öffentliche Filmvorführungen stattfinden, um die Geschichte des Pogroms, als auch die heutigen Zustände in Hoyerswerda zu thematisieren.


Am Montag, 17.9.2012, 19:00, Infoladen Paderborn

Händler des Todes

Wir diskutieren die Bedeutung der deutschen Rüstungsexporte

Die Bundesrepublik gehört zu den weltweit größten Rüstungsexporteuren. Verkauft wird dabei auch an Länder, die in bewaffnete Konflikte involviert sind. Jetzt winken der deutschen Rüstungsindustrie große Geschäfte: Das Emirat Katar möchte gerne 200 deutsche Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 kaufen. Der Deal würde gut zwei Millarden Euro in die Kassen der hiesigen Rüstungsschmiede Kraus-Maffei Wegmann spülen. Die schwarz-gelbe Bundesregierung ist offensichtlich gewillt, das Exportgeschäft an den Golf zu genehmigen. Zur Debatte steht zudem die Lieferung von 800 Leopard-Panzern an Saudi-Arabien.

Am Freitag, 14.9.2012, 20:00 im Infoladen