Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern

Wanderausstellung in der Uni vom 04.01.2011 bis zum 27.01.2011

Über die Zeit des Nationalsozialismus und vor allem den 2. Weltkrieg wissen wir alle relativ viel. In der Schule erklärten sie uns, wie es dazu kam, dass Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, wie er seine kranken Ideen versucht hat umzusetzen und welche Folgen dies hatte.

Eine dieser Folgen waren zahlreiche Konzentrations- und Vernichtungslager, in denen zig Millionen Menschen aufgrund ihrer Religion, ihres Aussehens, ihres sozialen Status ihrer Herkunft oder politischen Meinung erschossen, vergast und gehängt wurden.

Es ist uns auch in etwa bekannt, wie die Lebensbedingungen ist den KZs aussahen.

Es gab wenig bis gar nichts zu essen. Jede/r Gefangene hatte nur ein paar Kleidung bestehend aus dünner Stoffhose, -hemd, -mütze und ein paar kaputter Schuhe. Hygiene war ein Fremdwort, lediglich ein Loch für den Toilettengang und das auch nicht überall. Nicht umsonst sind zahlreiche Menschen an Krankheiten gestorben. Auch die Art und Weise, wie mit den Gefangenen umgegangen wurden ist nichts Neues. Es ist bekannt, dass sie von den Nazis wie Tiere behandelt wurden. So wie heute Medikamente an Mäusen oder Ratten erprobt werden, wurden sie damals an den Häftlingen ausprobiert. Es wurde bis zur Erschöpfung gearbeitet. Bei einem Zusammenbruch an der Arbeitsstelle, auf dem Hin- oder Rückweg, wurde auf die Gefangenen eingeprügelt bis sie meist starben, falls sie nicht gleich erschossen wurden.

Was jedoch die wenigsten von uns wissen, ist die Tatsache, dass es auch Lagerbordelle in den KZs gab. Diese Bordelle wurde 1945, bei der Befreiung der Konzentrationslager, jeweils als eines der ersten Gebäude abgerissen. Seit 1942 wurden auf Anweisung von Heinrich Himmler Bordelle in zehn KZs errichtet. Die „Sonderbauten“, wie die SS die Lagerbordelle nannte, waren seit 1943 fester Teil eines Prämiensystems, das im gesamten KZ-System galt. Auf diese Weise sollten männliche Gefangene zu mehr Arbeit motoviert werden. Mehr als 200 weibliche Häftlinge wurden in diesen Lagerbordellen sexuell ausgebeutet, die meisten kamen aus dem Frauen-KZ Ravensbrück.

Auf Grund der Tatsache, dass dieses so wichtige Thema für eine lange Zeit verschwiegen wurde, ist es mir eine Ehre, dass die Wanderausstellung „Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern“ in der Zeit vom 04.01.2011 bis zum 27.01.2011 bei uns in der Uni im „Treff“ (M.0) Halt machen wird.

Den Eröffnungsvortrag wird Christl Wickert am 04.01. um 20.00h halten. Die Referentin kommt von der Gedenkstätte Ravensbrück und hat die Ausstellung mit entwickelt.

Des Weiteren wird es am 11.01.2011 um 18.00Uhr ein Künstlerinnen Gespräch mit Raphaela Kula geben, die begleitend zur Ausstellung die variable Installation „tabu scham verantwortung“ konzipiert und umgesetzt hat. Die Künstlerin wird im offenen Gespräch durch die Ausstellung/Installation führen und ihre künstlerische Position zum Thema erläutern: die persönliche Motivation, konzeptuelle Überlegungen und Umsetzungen. Die Installation ermöglicht u.a. eine assoziative, freie Annäherung an ein gesellschaftlich immer noch kaum wahrgenommenes Thema mit aktueller Bedeutung.

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